Die Geschichte der Naturbühe Greifensteine im Erzgebirge

 Die Naturbühne verdankt ihre Entstehung den geologischen Gegebenheiten des Erzgebirges. Wo heute noch 7 Granitfelsen Höhen bis zu 732 m ü.N.N. erreichen, standen vor 200 Jahren noch 13 solcher Felsen.

6 davon sind im Laufe der Zeit Steinbrechern zum Opfer gefallen. Da der Granit in dieser Gegend nur an sehr wenigen Stellen zutage tritt, wurde er schon seit Jahrhunderten als begehrter Bruchstein genutzt. So war der heutige Zuschauertrakt des Naturtheaters früher ein Granitsteinbruch. Der Greifensteingranit ist bereits 1483 (nach der Leipziger Teilung) für Grenzsteine zwischen dem kurfürstlichen und herzoglichen Sachsen verwendet worden.

Eine Karte von 1601 zeigt nördlich von den Felsen einen Steinbruch. 1683 hatten Christoph und Hans Ulrich einen Steinbruch in Besitz. Aus Granit wurden unter anderem Werkstücke, Tür- und Grabsteine hergestellt. Im 19. Jahrhundert benutzten Freiberger Metallurgen den Greifensteingranit für ihre Amalgierwerke.

Auch Wassertröge bis zu vier Meter Länge und Viehtränken fertigten die Steinmetze. So sind den Steinbrucharbeiten 6 Felsen zum Opfer gefallen, ehe Schutzmaßnahmen angeordnet wurden. Bühne und Zuschauerterrassen sind also das Ergebnis dieser Steinbrucharbeiten. Die ersten Versuche, Theater zu spielen, gab es bereits 1846 mit der Historie der Burg Greifenstein und der Stülpner-Legende.

In den folgenden Jahren waren es nur unregelmäßige Aufführungen. Erst 1931 waren es durch das Stadttheater Annaberg (unter dessen Intendanten Hans Heinz Kämpf) von August bis September 10 Aufführungen mit insgesamt 6500 Besuchern. Dabei zeigte sich, dass die Kulisse ganz einzigartig für ein Naturtheater geeignet ist. 1932 gab es erstmals eine geschlossene Spielzeit von Pfingsten bis Mitte Juli. Die Presse bezeichnete das Naturtheater als das imposanteste in ganz Sachsen. Im Jahr 1933 erfolgten der Ausbau und die Verbesserung der Sitzplätze.

1934 wurden die Greifensteine als "Landschaftsbühne" anerkannt; Ehrenfriedersdorf wird Mitglied im "Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele". 1935 beginnt die Bespielung durch die "Spielgemeinschaft für Nationale Festgestaltung" in Zusammenarbeit mit dem Waldtheater Oybin. Das Blockhaus auf der rechten Seite wird errichtet. Von 1931 bis 1938 wurden rund 163.500 Besucher gezählt. Nach dem Krieg gibt es seit 1952 eine regelmäßige Bespielung durch das Kreistheater, das heutige Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg. Eine Vielzahl von Stücken wurde aufgeführt. Allein die Stülpner-Geschichte wurde seit 1931 in acht verschiedenen Fassungen gebracht. Berühmte Schauspieler und Sänger gastierten hier, zum Beispiel Bruno Decarli, Maria Cebtari, Paul Wegener und Inge Keller. 1800 Sitzplätze stehen dem Theater zur Verfügung.

Seit 1961 werden auf der Naturbühne auch Freilichtfilmveranstaltungen durchgeführt. 35.000 Zuschauer zählt das größte Freilichtkino Deutschlands pro Saison. Regelmäßige musikalische Veranstaltungen finden seit 1987 auf der Naturbühne statt. Das Country-Festival, das größte in Sachsen und von der musikalischen Seite bedeutendste in Deutschland zählt jedes Jahr ca. 15.000 Konzertbesucher aus ganz Deutschland.

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